Entwerfen WS 25/26:
Remix & Expand
Mehr als nur ein Modul: Baueinheiten als Baustein für Visionen
For more than a decade, Gutenstein has been manufacturing sustainable residential modules, mainly from cross-laminated timber, whose size corresponds to general transportation options. These are placed on screw foundations on site using lifting gear. While the initial focus was on compact, solitary “Tiny Houses”, an expanded structural repertoire gradually developed by linking and connecting them together. Similar to Lego, the conceivable combination possibilities are far from exhausted. For example, a multi-storey structure or the topic of structural densification in existing situations could also be considered. In addition, the expansion of roof areas, the spaces between individual building units and possible annexes should be examined. The challenge lies precisely in the possible combinations and variations. In any case, meaningful utilization concepts must be developed and combined with targeted architectural measures in order to create corresponding added value. This calls for creative and sustainable solutions that address the issue of modularity.
Aufgabe
Seit über einem Jahrzehnt werden in Gutenstein nachhaltige Wohnmodule mehrheitlich aus Kreuzlagenholz gefertigt, deren Größe allgemeinen Transportmöglichkeiten entspricht. Vor Ort werden diese mittels Hebewerkzeugen auf Schraubfundamente platziert. War zunächst eher von kompakten, solitären „Tiny Houses“ die Rede, so entwickelte sich nach und nach ein erweitertes bauliches Repertoire durch Aneinanderreihung und Koppelung. Ähnlich wie bei Lego sind die denkbaren Kombinationsmöglichkeiten noch längst nicht ausgeschöpft. So könnte beispielsweise auch eine Mehrgeschoßigkeit oder das Thema der baulichen Nachverdichtung in Bestandssituationen in Betracht gezogen werden. Darüber hinaus gilt es die Erweiterung der Dachflächen die Zwischenräume zwischen einzelnen Baueinheiten und mögliche Annexe einer Untersuchung zu unterziehen. Gerade in den Kombinationsmöglichkeiten und der Variation liegt die Herausforderung. Jedenfalls gilt es, sinnstiftende Nutzungskonzepte zu erarbeiten und mit gezielten architektonischen Maßnahmen zu verknüpfen, um einen entsprechenden Mehrwert zu schaffen. Dabei sind kreative und nachhaltige Lösungen gefragt, die sich mit der Frage der Modularität auseinandersetzen. Das Hauptziel besteht grosso modo darin, ein realisierungsfähiges Gesamtkonzept sowie eine konkret nutzbare Entwurfslösung zu erarbeiten.
Resumee
Betrachtet man die entstandenen Projekte rund um den Holzmodulbau auf Basis der bereits vorhandenen Systeme der Firma “Wohnwagon”, so sticht die Breite der Nutzungsansätze, als auch der Vervielfältigungsmöglichkeiten ins Auge. Aus dem Einzelmodul in freier Natur wird im Rahmen einer Vielzahl an Projekten eine Agglomeration, die ihren ganz eigenen Gesetzen und Regeln folgt. Auch wenn die Addition und Stapelung einzelner Module dabei insbesondere statisch wohl noch im Detail zu überprüfen wäre, decken die Projekte doch insbesondere den Reiz der Verdichtung, Stapelung und Staffelung auf.
Das vorgefertigte 3D-Modul wird in zahlreichen Fällen als Basis einer zunächst kostengünstigen Unterkunft für Menschen ohne festen Wohnsitz oder Studenten interpretiert. Hierbei gilt es insbesondere die gemeinschaftlich genutzten Flächen zu stärken und ihnen besondere Aufmerksamkeit zu Teil werden zu lassen, sind es doch jene Zonen in denen sich Menschen in Gruppen außerhalb des Einzeldaseins zusammenfinden. So steht dann auch das Einzelmodul stets im Zusammenhang mit den Gemeinschaftsflächen oder bzw. macht diese mitunter sogar erst möglich.
Darüber hinaus wird das 3D-Modul jedoch auch zur werkseitig finalisierten Einheit, die sich im entlegenen Terrain, am Berg oder im Schwemmland einfindet. Nun ist Autarkie gefordert, ist es doch nahezu unmöglich an bestehende Infrastrukturen anzubinden. Infolgedessen wird von den Baulichkeiten geradezu gefordert, weitgehend ohne die Annehmlichkeiten des “Netzes” auszukommen und sich den Punkten Ver- und Entsorgung zu widmen. Fragen rund um den Antransport und die Erreichbarkeit stellen sich dabei zeitgleich ein.
Schlussendlich gilt es, ein Vermarktungskonzept für die Verdichtung im urbanen oder ruralen Raum zu entwickeln. Einen Namen zu kreieren und eine Geschichte zu erzählen, welche Nutzer dazu animiert, einen Reiz in der Vervielfältigung, Stapelung und Reihung denkbar gleicher oder ähnlicher Einheiten zu entdecken.